"Deutschland dauerhaft konkurrenzfähigmachen"

Martin Otto über eine nachhaltige Änderung im Damen-Rollstuhlbasketball

Team Germanys Road to Hamburg! Die Nationaltrainer Martin Otto und Nicolai Zeltinger schreiben über den Weg des deutschen Frauen- und Männerteams auf die Heim-Weltmeisterschaft vom 16. bis 26. August 2018. Teil 7: Frauen-Trainer Martin Otto über die Entwicklung eines besonderen Modells, das Damen-Rollstuhlbasketball in Deutschland nachhaltig stärken soll. 

An diesem Wochenende kann ich die Spielerinnen bei der Deutschen Meisterschaft der Frauen in Aktion sehen, darauf freue ich mich. Neben den interessanten Spielen werde ich noch viele Einzelgespräche führen, außerdem werde ich bei der Trainerfortbildung vorbeischauen. 

Das Selection Camp und die Nominierung liegen nun schon über einen Monat zurück, jetzt freuen wir uns darauf, nächste Woche nach Australien zu fliegen. Dort wird dann auch die Entscheidung getroffen, ob Katharina Lang oder Lena Knippelmeyer den zwölften Platz im WM-Kader bekommt. 

In der Zwischenzeit waren wir aber nicht untätig, sondern haben eine wichtige Sache auf den Weg gebracht, die den Damenbasketball nachhaltig fördern wird. Künftig werden wir als Team nicht nur in der Oberliga Süd, sondern auch mit einer zweiten Mannschaft in der Regionalliga Nord mitspielen. 

Das Feedback der Spielerinnen zur Teilnahme am Spielbetrieb in Bayern und den Freundschaftsspielen im Norden in der vergangenen Saison war sehr positiv und hat sich schon bezahlt gemacht: Sie agieren selbstbewusster, da sie durch die Damenspiele auch während der Saison auf ihren Positionen spielen konnten. Nun haben wir den nächsten Schritt gemacht. Wie das aussehen soll? 

Oberste Priorität werden die Vereinsspiele haben, nur den Vereinen obliegt die Entscheidung, die Spielerinnen für die Damenteams freizustellen. Da wir dadurch vermutlich nie mit den gleichen Teams an  den Wochenenden spielen können, werden wir zwar normal in der Tabelle geführt, am Saisonende aber herausgestrichen, damit es keine Wettbewerbsverzerrung gibt. Daher haben die Damenteams auch kein Aufstiegs- oder Abstiegsrecht. Die Spielerinnen sollen auch so eingesetzt werden, dass die Wege möglichst kurz sind, Fahrtkosten müssen sie nämlich selbst tragen. Wir werden dann einen Pool aus rund 45 Perspektivspielerinnen haben.

Diese Teams sind auch eng mit der Nationalmannschaft verknüpft: Im Norden wird Dennis Nohl die Mannschaft coachen, im Süden Andreas Ebertz, die beide auch zum Nationalmannschafts-Staff gehören und somit die Kontinuität fördern. Das Projekt ist mir sehr wichtig, denn ich bin davon überzeugt, dass es mit dazu beiträgt, Deutschland dauerhaft international konkurrenzfähig zu machen. 

In der vergangenen Woche konnte ich Werbung für die Weltmeisterschaft machen: Beim Bundesfinale von Jugend trainiert für Olympia und Paralympics durfte ich als Botschafter vor rund 4000 Schülern, Lehrern und Betreuern in der Berliner Max-Schmeling-Halle über Rollstuhlbasketball sprechen und die Ehrung vornehmen. Mit meinen Basketball-Schulmannschafts-Teams vom Schloss Hagerhof war ich mit dabei und wir konnten Silber und Bronze gewinnen.