Die WM ist 2018 ein Highlight unter den Sportveranstaltungen in Hamburg.

Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg

Sie sind nicht nur Erster Bürgermeister Hamburgs, sondern auch Molekularbiologe und klinischer Chemiker. Positive Reaktion, Zusammenspiele und Verkettungen dürften somit durchaus zu Ihrem Sprach- und Erfahrungsschatz gehören. Was denken Sie, welche Substanzen Hamburg, die Hamburger Bürger und Sie als Schirmherr beisteuern werden, um eine positive Kettenreaktion im Wilhelmsburger Inselpark auszulösen?

Das attraktive Umfeld einer maritimen Metropole, eine moderne Arena mit großartiger Atmosphäre und die Sportbegeisterung der Hamburgerinnen und Hamburger. Und nicht zuletzt eine große gesellschaftliche Vielfalt, die Menschen mit und ohne Behinderung ermutigt und fördert, weltmeisterlich Sport zu treiben.

An die 20 verschiedene Nationen werden Mitte August an Alster und Elbe zu Gast sein. Welche Eindrücke sollen die Athleten aus aller Herren Länder mit nach Hause nehmen bzw. wie soll die Hansestadt in den Augen der Besucher und Sportler wahrgenommen werden?

Hamburg ist eine „Active City“, in der Spitzen- und Breitensport fest verankert sind. Mehr als eine halbe Million Hamburgerinnen und Hamburger sind Mitglied in einem der über 800 Sportvereine. Aber auch über den Vereins- und Spitzensport hinaus ist die Begeisterung für sportliche Betätigung sichtbar. Viele Freundeskreise treffen sich am Wochenende in den Hamburger Parks zum Fußball, von früh bis spät trifft man Jogger an Elbe und Alster, an ruhigeren Orten sieht man Joga-Gruppen. Der Sport hat eine grundlegende Bedeutung für die Lebensqualität in unserer Stadt und für das besondere Lebensgefühl der Menschen, die hier leben. Der Senat unterstützt dies mit dem Masterplan „Active City“: Wir modernisieren unsere Sportanlagen, bauen völlig neue Sportplätze und entwickeln in der ganzen Stadt besondere Sportangebote.

Rollstuhlbasketball ist eine inklusive Sportart, in der sich behinderte, minimal-behinderte und in den Ligen sogar nicht-behinderte Athleten miteinander und gegeneinander duellieren. Können Sie uns verraten, was Hamburg aktiv unternimmt, um das Thema Inklusion weiter in den Fokus der Bevölkerung zu rücken? Und abschließend: Was denken Sie, kann die WM und das inklusive Kultur-, Sport- und Rahmenprogramm im Inselpark leisten, um die Bürger Hamburgs noch mehr für den paralympischen Sport zu sensibilisieren?

Die WM ist 2018 sicher ein Highlight unter den Sportveranstaltungen in Hamburg. Nichts verbindet schneller als gemeinsame Bewegung und sportlicher Wettkampf. Die Arena im Inselpark ist ein großartiger Ort für die WM, denn sie hat eine besondere Atmosphäre, die man auch bei den Spielen der Hamburg Towers spürt. Neben der Arena gibt es die „Welt der Bewegung“, in der man selbst aktiv werden kann. Ich bin sicher, dass all dies in Verbindung mit dem umfangreichen Rahmenprogramm viele Menschen mit und ohne Behinderung zur WM zusammenbringen werden.

Das ist ganz im Sinne Hamburgs, denn wir setzen uns in vielen Bereichen für die Inklusion ein. Alle Hamburger Kinder und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf haben das Recht, allgemeine Schulen zu besuchen. Sie werden dort gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern ohne sonderpädagogischen Förderbedarf unterrichtet und besonders gefördert. Das nennen wir inklusive Bildung. Auch eines der Projekte in unserem „Masterplan Active City“ zielt auf eine umfassende Inklusion: In jedem Bezirk wollen wir eine Sporthalle vollständig barrierefrei ausbauen oder neu errichten. Zur Eröffnung der ersten umfassend barrierefreien Sporthalle Deutschlands an der Bugenhagen-Schule in Hamburg-Alsterdorf gab es übrigens ein großes Rollstuhlbasketballspiel, das Mitglieder der deutschen Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft unterstützt haben.