WM-Vorbereitung bei den Gastgebern der Paralympics 2020

Nicolai Zeltinger über den Tokio-Trip

Team Germanys Road to Hamburg! Die Nationaltrainer Martin Otto und Nicolai Zeltinger schreiben über den Weg des deutschen Frauen- und Männerteams auf die Heim-Weltmeisterschaft vom 16. bis 26. August 2018. Teil 8: Herren-Trainer Nicolai Zeltinger über die Entscheidung für André Bienek, den bevorstehenden Tokio-Trip und die Gründung einer Trainervereinigung. 

Bei uns gilt aktuell: Vor der Nationalmannschaft ist nach der Nationalmannschaft. Mit den letzten Eindrücken aus dem Trainingscamp in der Schweiz in Nottwil sind wir nun nach Tokio geflogen. Wir wissen, woran wir in den kommenden Tagen zu arbeiten haben und werden dann auf die paralympischen Schwergewichte aus Australien und Kanada sowie auf Gastgeber Japan treffen und eine erste Standortbestimmung erfahren. In der Schweiz konnten wir viel im taktischen Bereich arbeiten.

Mit André Bienek ist unser WM-Kader jetzt komplett. Gegen die Schweiz musste Tommy Böhme noch pausieren und Alex Halouski fehlte arbeitsbedingt. Nun gilt es, erstmals mit dem vollständigen Kader die ersten großen Belastungsproben anzugehen. André  wird mit seiner Energie dem Team helfen und kann Tommy auf der Guard-Position entlasten. Für Oli Jantz ist es schade, nachdem er im vergangenen Jahr zur EM kurzfristig für Dirk Passiwan dazugekommen ist. Aber seine Entwicklung ist hervorragend und er hat sich nichts vorzuwerfen. Ich bin mir sicher, dass er in den kommenden Jahren seinen Weg gehen wird.

Ansonsten war in den vergangenen Wochen die Champions-League-Endrunde spannend. Ich konnte viele Gespräche führen, habe viele Nationalspieler beobachtet – auch aus anderen Ländern. Dass mit den RSB Thuringia Bulls ein deutsches Team gewinnen konnte und eine Duftnote gesetzt hat, war richtig stark. Selten habe ich ein so dominantes Finale gesehen.

Gleichzeitig haben wir auch Vorüberlegungen getätigt, eine europäische Trainervereinigung zu gründen, um den Coaches in Europa eine stärkere Stimme zu geben und der IWBF Europe ein guter Partner zu sein. Die Herausforderung dabei ist es, alle Trainer mitzunehmen – viele bekommen nicht den Support aus dem eigenen Land. Es macht aus meiner Sicht viel Sinn, die Trainerschaft in sportlichen Fragen einzubinden,

Hier in Tokio spürt man schon deutlich den Hauch von Olympia und den Paralympics 2020. Das motiviert, aber ist noch weit weg. Die WM steht vor der Tür und die Qualifikation entscheidet sich 2019, sofern die Regularien nicht verändert werden.

Wenige Spieler waren schon einmal in Japan und wir sind den japanischen Organisatoren rund um den Mitsubishi Electronic Cup dankbar, dass wir eingeladen werden und uns vor Ort keine Kosten entstehen.

Mit Kanada, Australien und Japan warten dort härtere Brocken auf uns. Ich hoffe, dass wir uns dort weiterentwickeln und zusammenwachsen. Erfolg wird sich nicht nur in den Spielergebnissen ablesen lassen, denn wir werden weiter viele Lineups und Konstellationen testen. Gerade gegen die sehr physische Spielweise wollen wir sehen, wie sich unsere Offense durchsetzen kann.