„Das ist gigantisch für die Weltmeisterschaft“

Nicolai Zeltinger über die WM-Vorbereitung der deutschen Herren

Team Germanys Road to Hamburg! Die Nationaltrainer Martin Otto und Nicolai Zeltinger schreiben im monatlichen Rhythmus über den Weg des deutschen Frauen- und Männerteams zur Heim-Weltmeisterschaft vom 16. bis 26. August 2018. Teil 4: Herren-Trainer Nicolai Zeltinger über das Kennenlernen unbekannter Gegner und den Vorbereitungsplan seines Teams.

Rückblickend bin ich insgesamt mit meiner Wahl bei der Auslosung zufrieden. Am Ende spielt die Vorrundengruppe vielleicht nur eine kleine Rolle, weil alle Teams ganz eng beisammen sind – und das ist gigantisch für die Weltmeisterschaft. Die Zeiten sind vorbei, in denen Teams vom Niveau her völlig abgefallen sind. Es wird immens spannend.

Wir haben unsere erste Maßnahme in diesem WM-Jahr direkt mit dem Selection Camp über Ostern. Das liegt nicht optimal, weil anschließend das Final Four und die Finalspiele sind, aber das ist der Slot, den wir mit allen anderen europäischen Nationalmannschaften dafür vorgesehen haben. Dort werden wir bekanntgeben, wer nominiert wird, weil die Spieler sich frühzeitig darauf einstellen müssen. Einige müssen bei der Arbeit Urlaub einreichen, das muss geplant werden. Wir werden direkt den 12er-Kader benennen, aber je nach Konstellation Ersatzspieler definieren, weil wir in unserem Klassifizierungssystem denken müssen.

Mitte April werden wir dann am Ort der Finalspiele – aktuell sieht es nach Wetzlar oder Trier aus – ein Trainingslager ohne die Finalteilnehmer machen.

Danach starten wir vom 14. bis 20. Mai in der Schweiz in Nottwil ins Trainingslager. Dort haben wir hervorragende Bedingungen für ein konzentriertes und ungestörtes Trainingslager.. Anfang Juni fliegen wir nach Tokio zum Mitsubishi Cup. Dort spielen wir gegen hochkarätige Gegner wie Australien, Kanada und Japan. Das hat den zusätzlichen Pluspunkt, weil wir in Tokio automatisch schon in Richtung Paralympics 2020 schielen können.  

Das Wochenende darauf – vom 15. bis 17. Juni – ist der Junioren-Länderpokal in Bonn. Die ganze deutsche Rollstuhlbasketballszene wird dort versammelt sein. Freitags werden wir in Köln und am Samstag in Bonn gegen die Niederlande spielen.  

Ende Juni geht es noch mal in ein Trainingslager, dann steht Anfang Juli der World Super Cup in Frankfurt an, für den wir unsere Gruppengegner Iran und Marokko angefragt haben, um sie besser kennenzulernen. Der Termin ist allerdings noch nicht fix.

Am 18. Juli findet ein Presseevent statt, bei dem Pressevertreter mit unseren Spielern zusammen Rollstuhlbasketball ausprobieren können. Anschließend reisen wir nach Polen. Bei einem Turnier vom 19. bis 22. Juli in Breslau testen wir gegen Polen und noch zwei andere Teams, wobei die Türkei, Großbritannien und Kanada zur Auswahl stehen. Ende Juli ist das finale Trainingslager in Hamburg mit möglicherweise einem weiteren Länderspiel und Anfang August dann der Dutch Battle mit Holland, Großbritannien und der Türkei.

Für das finale Vorbereitungsturnier in Köln vom 10. bis 12. August sind aktuell Australien und Japan eingebucht, noch ist offen, ob wir den Spielern dann einen Tag freigeben, oder direkt von dort nach Hamburg anreisen – und dann startet die WM.

Insgesamt sind das 71 Tage, die wir mit dem Team zusammen sind. Dabei machen wir 25-27 Testspiele. Das ist für mich eine würdige Vorbereitung auf eine Heim-WM.

Foto: MSSP - Michael Schwartz